ATLANTICWALL MEMORIAL

Willkommen bei „atlanticwall memorial”, einer kontinentalen Ausstellung.
21. Mai 2018, Løkken Nord, Furreby, Ausstellungsgelände „Königstein“, Sperrbatterie Nord.
Exponat M162a, Tempel der Angst.
Graffiti-Verunstaltungen sind nicht der einzige Eingriff in den natürlichen Verfall des Atlantikwalls. So hat zum Beispiel die kleine Gemeinde Løkken in Nordjütland großen Aufwand betrieben und sämtliche Bunkeranlagen der Batterie „Königstein“ zugemauert. Dieser Umstand hatte natürlich einigen Einfluss auf den Zerfallsprozess der Bunker. Fehlende Luftzirkulation, aber auch das Aussperren von Wind und Wetter sorgte dafür, dass die Zersetzung des Betons und der Stahlarmierung anders ablief, als an anderen Bunkeranlagen.

Ursprünglich ruhte die ca 50 cm starke Deckenplatte auf einer Stahlpfeilerkonstruktion, bestehend aus 4 Stützen. Zur besseren Verteilung der Stützlast war die gesamte Rückseite und das hintere Drittel der Seitenwände von Beginn an mit gemauerten Backsteinwänden verstärkt. Sturmfluten sorgten dafür, das der Bunker ca. 1968 seinen Halt auf dem Dünenkamm verlor. Die Rutschpartie auf den 8 Meter tiefer liegenden Strand überstand er unbeschadet, wie ein Bild aus jener Zeit beweist.

https://atlantvolden.dk/en/locations/loekken-nord#gallery-11

Theoretisch hätten die beiden vorderen freiliegenden Stützpfeiler die Zeit also bis heute überdauern können (Abb. 1).

Abb. 1

Bei der gleichen Konstruktion auf der Anger Tange im Nationalpark Thy haben Umwelteinflüsse allerdings dafür gesorgt, dass sich die rückwärtige Backsteinmauer völlig auflöste und die verrosteten Stützen alleine die Deckenplatte nicht mehr tragen konnten. Das Resultat: Die Platte senkte sich auf die Brüstungsmauern der oberen Plattform und verschloss die Etage auf diese Weise (Abb. 2).

Abb. 2

Die nachträgliche Komplettvermauerung mit Backsteinen verhinderte dies (Abb. 3). 

Abb. 3. So sah das Objekt 2018 aus. Die Abbildungen zeigen den Bunker natürlich – wie alle meine Bilder – ohne Graffiti und anderen Vandalismus.
Die Vermauerung ist hier im Bild oben links gut zu erkennen.

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